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Kondomgröße: So findest du das passende Kondom

Ein Kondom, das zu eng oder zu weit ist, rutscht, reißt oder stört. Wie du deine Kondomgröße misst, was die Nennbreite bedeutet und was bei einer Panne hilft.

Von Marco Köhler · 2. Oktober 2026
Mehrere schwarze Ringe mit Millimeterangaben auf hellem Untergrund

Viele Männer kaufen jahrelang dieselben Standardkondome – und wundern sich, warum sie drücken, rutschen oder die Lust dämpfen. Dabei gibt es Kondome in verschiedenen Größen, und die richtige zu finden dauert nur ein paar Minuten. Ein gut sitzendes Kondom ist sicherer und fühlt sich besser an.

Worauf es bei der Größe ankommt: die Breite

Bei Kondomen ist nicht die Länge entscheidend, sondern die Breite. Sie wird als Nennbreite in Millimetern angegeben und steht auf vielen Packungen. Gemeint ist die Breite des flach liegenden Kondoms.

Die Länge spielt kaum eine Rolle: Standardkondome sind lang genug für die allermeisten Penisse. Wenn ein Rest am Ansatz nicht abgerollt wird, ist das kein Problem.

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So misst du deinen Umfang

  1. Miss im erigierten Zustand.
  2. Leg ein weiches Maßband oder einen Papierstreifen um die dickste Stelle des Schafts, meist in der Mitte.
  3. Lies den Umfang in Zentimetern ab. Beim Papierstreifen die Stelle markieren und mit einem Lineal nachmessen.

Zum Vergleich: Der durchschnittliche Umfang eines erigierten Penis liegt bei etwa 11,7 Zentimetern. Mehr dazu unter durchschnittliche Penisgröße.

Welche Nennbreite passt?

Die folgenden Werte sind Richtwerte. Die Tabellen der Hersteller weichen leicht voneinander ab, deshalb lohnt ein Blick auf die Angaben der Marke, die du kaufen willst.

  • Umfang unter etwa 10 cm: Nennbreite 47 bis 49 mm
  • Umfang etwa 10 bis 11 cm: Nennbreite 49 bis 52 mm
  • Umfang etwa 11 bis 12 cm: Nennbreite 52 bis 55 mm – das sind die meisten Standardkondome
  • Umfang etwa 12 bis 13 cm: Nennbreite 55 bis 60 mm
  • Umfang über 13 cm: Nennbreite ab 60 mm

Liegst du zwischen zwei Größen, probier beide aus. Viele Hersteller bieten Probierpakete mit mehreren Größen an.

Woran du merkst, dass die Größe nicht stimmt

Zu eng:

  • Das Kondom lässt sich schwer abrollen.
  • Es drückt, schnürt ein oder hinterlässt Abdrücke.
  • Die Erektion lässt nach oder das Gefühl ist stark gedämpft.
  • Es reißt häufiger.

Zu weit:

  • Das Kondom wirft Falten oder rutscht.
  • Es bleibt beim Herausziehen stecken.
  • Sperma kann am Rand austreten.

Wer häufiger Probleme mit der Erektion beim Überziehen hat, sollte zuerst die Größe prüfen. Oft ist ein zu enges Kondom der Grund.

Material

  • Latex: Der Standard. Reißfest, dünn, günstig. Nicht mit Öl oder Vaseline kombinieren, sie machen Latex porös.
  • Polyisopren: Latexfrei und für Menschen mit Latexallergie geeignet, fühlt sich ähnlich an.
  • Polyurethan: Sehr dünn und latexfrei, leitet Wärme gut. Etwas weniger dehnbar, deshalb ist die richtige Größe hier besonders wichtig.

Achte auf Kondome, die nach der Norm DIN EN ISO 4074 geprüft sind. Seriöse Marken geben das auf der Packung an.

Richtig anwenden

  1. Verpackung vorsichtig öffnen, nicht mit Zähnen oder Schere.
  2. Richtige Seite prüfen: Der Rand muss außen liegen, damit es sich abrollen lässt.
  3. Reservoir zusammendrücken, damit keine Luft darin bleibt.
  4. Auf den erigierten Penis setzen und bis zum Ansatz abrollen.
  5. Gleitgel auf Wasser- oder Silikonbasis macht es angenehmer und senkt das Risiko, dass das Kondom reißt. Mehr dazu: Gleitgel Test.
  6. Nach dem Samenerguss das Kondom am Ansatz festhalten und herausziehen, solange der Penis noch steif ist.
  7. Jedes Kondom nur einmal verwenden. Nie zwei übereinander – die Reibung macht beide anfälliger.

Lagerung

Kondome mögen weder Hitze noch Druck. Das Portemonnaie in der Hosentasche ist deshalb kein guter Ort. Kühl und trocken lagern und auf das Haltbarkeitsdatum achten.

Was tun, wenn das Kondom reißt?

Die wichtigsten Schritte im Überblick – ausführlich unter Kondom gerissen oder abgerutscht:

  • Schwangerschaft verhindern: Die Pille danach gibt es in Deutschland rezeptfrei in der Apotheke. Sie wirkt umso besser, je früher sie genommen wird.
  • HIV-Risiko: Bei einem möglichen Risiko schnell einen Arzt, eine HIV-Schwerpunktpraxis oder eine Notaufnahme aufsuchen. Eine sogenannte Post-Expositions-Prophylaxe (PEP) sollte möglichst innerhalb von 24 Stunden, spätestens nach 48 Stunden begonnen werden.
  • Andere Infektionen: Einige Wochen später einen Test machen lassen. Mehr dazu: Geschlechtskrankheiten: Symptome erkennen, testen, schützen.

Checkliste

  • Umfang im erigierten Zustand gemessen
  • Nennbreite passend zum Umfang gewählt
  • Bei Latexallergie Polyisopren oder Polyurethan
  • Kein Öl mit Latexkondomen
  • Kühl gelagert, Haltbarkeitsdatum geprüft

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Über den Autor
Marco Köhler

Sex-Coach & Männer-Autor

Ehemaliger Personal Trainer aus Hamburg, entdeckte seine Passion für Sexualcoaching nach eigener Beziehungskrise. Schreibt für Männer und Frauen gleichermaßen.