Selbstentdeckung5 Min. Lesezeit

Squirting lernen: Mythos oder Realität?

Squirting ist kein Mythos – doch was steckt wirklich dahinter? Wir klären auf, wie weibliche Ejakulation funktioniert und wie du sie erleben kannst.

Von Dr. Thomas Wahl · 3. Mai 2025
Frau im Moment weiblicher Ekstase, flüssige Bewegung

Was ist Squirting eigentlich?

Squirting, auch weibliche Ejakulation genannt, beschreibt den Austritt von Flüssigkeit aus der Harnröhre während sexueller Erregung oder beim Orgasmus. Lange Zeit wurde das Phänomen als Mythos abgetan, doch die Wissenschaft hat inzwischen bestätigt: Squirting ist real und weitaus verbreiteter, als viele denken. Studien zeigen, dass bis zu 40 Prozent aller Frauen bereits Erfahrungen damit gemacht haben.

Die Flüssigkeit stammt aus den Skene-Drüsen, die sich rund um die Harnröhre befinden. Sie unterscheidet sich in ihrer Zusammensetzung deutlich von Urin, auch wenn sie durch die Harnröhre austritt. Diese Drüsen werden oft als weibliche Prostata bezeichnet und spielen eine grosse Rolle beim Squirting.

Die Rolle des G-Punkts

Der G-Punkt – eine besonders empfindliche Zone an der vorderen Vaginalwand – ist eng mit dem Squirting verbunden. Durch gezielte Stimulation dieser Region, etwa mit den Fingern in einer „Komm her“-Bewegung, kann der Druck auf die Skene-Drüsen erhöht werden. Viele Frauen beschreiben dabei ein intensives Gefühl, das zunächst an Harndrang erinnert. Hier liegt oft die Hürde: Wer dieses Gefühl zulässt und sich nicht verkrampft, hat die besten Chancen, Squirting zu erleben.

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Wichtig ist, dass du dich dabei vollkommen entspannst. Druck und Erwartungen sind kontraproduktiv. Squirting ist kein Leistungssport, sondern eine natürliche Körperreaktion, die manche Frauen erleben und andere nicht – beides ist völlig normal.

*Die beschriebenen Übungen basieren auf Methoden der somatischen Körpertherapie und Achtsamkeitspraxis.*

Praktische Tipps zum Ausprobieren

Beginne allein, um deinen Körper ohne Druck kennenzulernen. Sorge für eine entspannte Atmosphäre und nimm dir Zeit. Eine volle Blase kann das Squirting tatsächlich begünstigen, da sie zusätzlichen Druck auf den G-Punkt ausübt. Lege ein Handtuch unter – das nimmt die Angst vor einer Sauerei und hilft dir, loszulassen.

Verwende ausreichend Gleitmittel und beginne mit sanfter Stimulation der Klitoris, bevor du dich dem G-Punkt widmest. Steigere den Druck langsam und achte darauf, was sich gut anfühlt. Manche Frauen profitieren von speziellen G-Punkt-Vibratoren, die gezielt die richtige Stelle erreichen.

Mythen und Fakten

Einer der hartnäckigsten Mythen ist, dass jede Frau squirten kann, wenn man nur die richtige Technik anwendet. Das stimmt so nicht. Die Anatomie der Skene-Drüsen variiert von Frau zu Frau erheblich. Manche Frauen haben größere Drüsen und erleben Squirting leichter, andere nicht. Das bedeutet nicht, dass etwas mit dir nicht stimmt.

Ebenso falsch ist die Vorstellung, Squirting sei ein Zeichen für einen besonders intensiven Orgasmus. Manche Frauen squirten ohne Orgasmus, andere haben intensive Orgasmen ohne Squirting. Die Qualität deines Sexlebens hängt nicht davon ab, ob du diese Erfahrung machst oder nicht. Genieße die Entdeckungsreise und setze dich nicht unter Druck.

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Scham ablegen -- ein Prozess

Sexuelle Scham sitzt tief. Bei squirting lernen begegnet sie dir früher oder später. Das ist normal und kein Grund aufzuhören.

Scham entsteht durch kulturelle Prägung, nicht durch biologische Notwendigkeit. Sie lässt sich Schritt für Schritt abbauen.

  • Wissen hilft: Je mehr du über Sexualität weisst, desto weniger Raum bleibt für Scham.
  • Normalisieren: Sprich mit vertrauten Personen über das Thema.
  • Grenzen akzeptieren: Nicht alles muss sofort überwunden werden. Jeder Schritt zählt.

Übungsplan: Squirting lernen vertiefen

  • [ ] Body-Scan-Übung 3x pro Woche (10 Min.)
  • [ ] Erogene Zonen systematisch erkunden
  • [ ] Sexuelles Tagebuch führen (Was hat sich gut angefühlt?)
  • [ ] Selbstberührung ohne Ziel -- nur wahrnehmen
  • [ ] Eine neue Technik pro Monat ausprobieren
  • ## Weiterlesen
#Squirting#weibliche Ejakulation#G-Punkt#Selbstentdeckung#Orgasmus
Über den Autor
Dr. Thomas Wahl

Sexualwissenschaftler

Promovierter Biologe, spezialisiert auf menschliche Sexualität. Gibt dem Blog wissenschaftliche Glaubwürdigkeit. Sachlich, fundiert, aber verständlich.