Was Tantra wirklich bedeutet
Tantra ist weit mehr als stundenlanges Kamasutra-Training, wie es in vielen Medien dargestellt wird. Der Begriff stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „Gewebe“ oder „Verbindung“. Im tantrischen Verständnis geht es darum, eine tiefe Verbindung zwischen den Partnern herzustellen – körperlich, emotional und energetisch. Sexualität wird dabei als heilige Kraft betrachtet, die bewusst genutzt werden kann.
Die Grundprinzipien
Das erste Prinzip des Tantra ist Präsenz. Seid vollständig im Moment. Kein Denken an die Arbeit, keine To-do-Listen, kein Leistungsdruck. Nur ihr zwei und dieser Augenblick.
Das zweite Prinzip ist die bewusste Atmung. Der Atem ist das wichtigste Werkzeug im Tantra. Durch synchrones Atmen könnt ihr eure Energien verbinden. Setzt euch einander gegenüber, schaut euch in die Augen und atmet gemeinsam ein und aus. Anfangs fühlt sich das vielleicht seltsam an – das ist normal. Bleibt dabei.
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Jetzt ausprobieren →Das dritte Prinzip ist die Energielenkung. Im Tantra wird sexuelle Energie nicht nur im Genitalbereich erfahren, sondern durch den ganzen Körper geleitet. Stellt euch vor, wie die Erregung mit jedem Atemzug nach oben steigt – vom Becken über den Bauch zum Herzen und darüber hinaus.
*Aus der Redaktion: Diese Tipps basieren auf Rückmeldungen unserer Leserinnen und Leser sowie Gesprächen mit zertifizierten Sexualtherapeuten.*
Erste Übungen für Paare
Die Yab-Yum-Position ist eine klassische tantrische Übung. Ein Partner sitzt im Schneidersitz, der andere setzt sich auf seinen Schoß und schlingt die Beine um seinen Körper. Umarmt euch, bringt eure Herzen nah zusammen und atmet synchron. Spürt die Wärme zwischen euren Körpern.
Die Berührungsmeditation ist eine weitere Einstiegsübung. Einer liegt entspannt da, der andere streicht mit den Fingerspitzen langsam über den gesamten Körper – ohne sexuelle Absicht. Das Ziel ist es, den Körper als Ganzes wahrzunehmen, nicht nur die erogenen Zonen.
Der tantrische Orgasmus
Im Tantra wird zwischen einem genitalen Orgasmus und einem Ganzkörperorgasmus unterschieden. Letzterer wird erreicht, indem die sexuelle Energie kurz vor dem Höhepunkt bewusst im Körper verteilt wird, anstatt sie freizusetzen. Das erfordert Übung, besonders für Männer, die lernen müssen, zwischen Orgasmus und Ejakulation zu unterscheiden.
Die Technik: Wenn die Erregung steigt, verlangsamt eure Bewegungen, atmet tief ein und stellt euch vor, wie die Energie vom Becken nach oben fließt. Wiederholt diesen Zyklus mehrmals. Mit der Zeit könnt ihr Wellen der Lust erleben, die den ganzen Körper durchfluten.
Häufige Missverständnisse
Tantra erfordert weder Räucherstäbchen noch besondere Kleidung. Ihr müsst nicht spirituell sein, um von tantrischen Techniken zu profitieren. Es geht schlicht um Achtsamkeit, Verbindung und das Erlauben von Hingabe. Beginnt mit kleinen Schritten und erweitert eure Praxis nach und nach.
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Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
Der größte Fehler bei tantra für anfänger: Zu viel auf einmal wollen. Viele hetzen durch, anstatt sich Zeit zu nehmen. Sex ist kein Leistungssport.
Ein weiterer Fehler ist fehlende Kommunikation. Laut einer Studie der Universität Zürich (2023) berichten 67 Prozent der Paare, die offen über ihre Wünsche sprechen, von höherem sexuellem Wohlbefinden.
- Nicht vergleichen: Pornos zeigen keine Realität. Orientiere dich an deinem Partner, nicht an Bildschirmen.
- Feedback annehmen: Ein 'das fühlt sich gut an' ist wertvoller als jede Technik.
- Geduld haben: Neue Gewohnheiten brauchen 2-3 Wochen, bis sie sich natürlich anfühlen.
Checkliste: Tantra für anfänger
- [ ] Offen mit dem Partner über Wünsche gesprochen
- [ ] Neue Technik oder Position mindestens 3x ausprobiert
- [ ] Zeitdruck eliminiert -- mindestens 30 Minuten eingeplant
- [ ] Ablenkungen entfernt (Handy aus, Tür zu)
- [ ] Nachgespräch geführt: Was war gut, was nicht?
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