Der vergessene Muskel
Der Beckenboden ist eine Muskelplatte, die den unteren Abschluss des Beckens bildet. Er trägt die inneren Organe, kontrolliert Blase und Darm – und ist wichtig beim Sex. Die Muskelkontraktionen während des Orgasmus sind Beckenbodenarbeit. Je stärker dieser Muskel, desto intensiver die Kontraktionen und damit das Lustempfinden.
Trotz dieser Bedeutung ignorieren die meisten Menschen ihren Beckenboden vollständig. Er wird weder im Fitnessstudio trainiert noch in der Sexualerziehung erwähnt. Das ändert sich jetzt.
Den Beckenboden finden
Bevor ihr trainiert, müsst ihr den Muskel spüren. Der einfachste Test: Stellt euch vor, ihr müsstet mitten beim Urinieren den Strahl stoppen. Die Muskeln, die ihr dabei anspannt, sind euer Beckenboden. Macht das nicht regelmäßig beim tatsächlichen Urinieren – das kann zu Blasenproblemen führen. Aber als einmaliger Test funktioniert es.
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Jetzt ausprobieren →Eine andere Methode: Setzt euch aufrecht hin und versucht, die Muskeln zwischen Schambein und Steißbein nach innen und oben zu ziehen. Wenn sich dabei Bauch oder Gesäß mitanspannen, isoliert ihr den Muskel noch nicht richtig. Übung macht den Unterschied.
*Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von Sexualpädagogen und Körpertherapeuten verfasst.*
Das Basisprogramm: Kegelübungen
Kegelübungen sind der Grundstein des Beckenbodentrainings. Spannt den Beckenboden an, haltet die Spannung fünf Sekunden und löst sie dann bewusst für fünf Sekunden. Wiederholt das zehn Mal. Drei Sätze pro Tag sind ein guter Anfang.
Steigert die Haltedauer langsam auf zehn Sekunden. Wechselt zwischen langsamen Kontraktionen und schnellen Pulsen ab. Die schnellen Kontraktionen trainieren die Reaktionsfähigkeit des Muskels – genau das, was beim Orgasmus zählt.
Fortgeschrittene Techniken
Das Aufzug-Prinzip steigert die Intensität: Stellt euch vor, euer Beckenboden ist ein Aufzug. Spannt ihn stufenweise an – Erdgeschoss, erster Stock, zweiter Stock, dritter Stock. Haltet oben kurz und lasst dann stufenweise wieder los. Diese Technik verbessert die Feinmotorik und Kontrolle.
Brückenübungen kombinieren Beckenboden- mit Gesäßtraining. Legt euch auf den Rücken, stellt die Füße auf und hebt das Becken. In der oberen Position spannt ihr gezielt den Beckenboden an und haltet zehn Sekunden. Zehn Wiederholungen, drei Sätze.
Squats mit Beckenbodenaktivierung verbinden Ganzkörpertraining mit gezielter Kräftigung. Spannt den Beckenboden beim Absenken an und löst ihn beim Aufrichten. Diese funktionelle Übung trainiert den Muskel unter realistischen Bedingungen.
Was ihr erwarten könnt
Erste Veränderungen spürt ihr nach zwei bis vier Wochen konsequentem Training. Frauen berichten über stärkere vaginale Empfindungen und intensivere Orgasmen. Männer erleben bessere Erektionen und mehr Kontrolle über den Zeitpunkt der Ejakulation.
Nach sechs bis acht Wochen sind die Verbesserungen deutlich messbar. Die Orgasmen werden länger und intensiver. Die sexuelle Ausdauer nimmt zu. Manche Menschen entdecken durch das geschärfte Körperbewusstsein völlig neue Empfindungen.
Training in den Alltag integrieren
Das Beste am Beckenbodentraining: Niemand sieht es. Übt an der Bushaltestelle, im Büro, beim Kochen oder im Supermarkt. Koppelt die Übungen an bestehende Gewohnheiten – etwa jeden Morgen beim Zähneputzen. So wird das Training zur Routine, die keine zusätzliche Zeit kostet.
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Körperwahrnehmung trainieren
Bei beckenboden training besserer sex geht es um das bewusste Wahrnehmen des eigenen Körpers. Viele Menschen sind erstaunlich schlecht darin, auf die Signale ihres Körpers zu hören.
Body-Scan-Übung (10 Minuten):
- Lege dich bequem hin und schliesse die Augen.
- Wandere mit der Aufmerksamkeit langsam von den Füßen zum Kopf.
- Beobachte, wo du Spannung spürst und wo Entspannung.
- Atme bewusst in die angespannten Bereiche.
Diese Übung schärft die Körperwahrnehmung und hilft dir, im Bett besser zu spüren, was sich gut anfühlt.
Übungsplan: Beckenboden training besserer sex vertiefen
- [ ] Body-Scan-Übung 3x pro Woche (10 Min.)
- [ ] Erogene Zonen systematisch erkunden
- [ ] Sexuelles Tagebuch führen (Was hat sich gut angefühlt?)
- [ ] Selbstberührung ohne Ziel -- nur wahrnehmen
- [ ] Eine neue Technik pro Monat ausprobieren
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