Sex in der Beziehung5 Min. Lesezeit

Untreue verstehen: Warum Menschen fremdgehen

Fremdgehen ist eines der schmerzhaftesten Themen in Beziehungen. Wir beleuchten die Ursachen und zeigen Wege, wie Paare damit umgehen können.

Von Sophia Dorn · 15. Januar 2026
Zwei Hände, die sich nicht berühren, mit Licht und Schatten dazwischen

Ein Thema das fast jedes Paar betrifft

Untreue ist statistisch betrachtet kein Einzelfall. Je nach Studie geben zwischen 20 und 45 Prozent der Menschen an, in einer festen Beziehung schon einmal fremdgegangen zu sein. Trotzdem ist das Thema mit enormem Schmerz und Scham behaftet. Wer Untreue verstehen will, muss bereit sein, über einfache Schuldzuweisungen hinauszublicken.

Was zählt als Untreue?

Die Definition variiert stark von Paar zu Paar. Für manche beginnt Untreue beim Flirten, für andere erst beim körperlichen Kontakt. Emotionale Affären – intensive emotionale Bindungen zu einer dritten Person – werden häufig als ebenso verletzend empfunden wie körperliche. Wichtig ist, welche Grenzen ihr als Paar vereinbart habt und ob diese überschritten wurden.

*Quellen: Gottman Institute, Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung, anonyme Leserrückmeldungen.*

Die häufigsten Gründe

Die Forschung zeigt, dass die Motive vielfältig sind und selten mit mangelnder Liebe zum Partner zu tun haben.

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Emotionale Vernachlässigung ist einer der häufigsten Auslöser. Wenn Menschen sich in ihrer Beziehung nicht gesehen, gehört oder wertgeschätzt fühlen, suchen sie diese Bestätigung manchmal woanders.

Sexuelle Unzufriedenheit spielt ebenfalls eine Rolle, ist aber seltener der alleinige Grund als viele annehmen. Oft ist sie eher ein Symptom als die Ursache.

Der Wunsch nach Neuheit und Aufregung ist ein weiterer Faktor. Manche Menschen suchen den Kick, den eine neue Beziehung bietet – das Herzrasen, die Schmetterlinge im Bauch, das Verbotene.

Persönliche Krisen wie Jobverlust, Midlife-Crisis oder traumatische Erfahrungen können ebenfalls zu Untreue führen. In solchen Momenten treffen Menschen Entscheidungen, die nicht ihren eigentlichen Werten entsprechen.

Nach der Entdeckung

Die Phase direkt nach der Entdeckung einer Affäre ist emotional extrem belastend. Wut, Trauer, Ekel und Selbstzweifel wechseln sich ab. Wichtig ist, sich in dieser Phase keine dauerhaften Entscheidungen aufzuzwingen. Weder „Ich verzeihe sofort“ noch „Wir trennen uns“ müssen in den ersten Tagen beschlossen werden.

Gebt euch Raum, die Emotionen zu verarbeiten. Sucht professionelle Unterstützung bei einem Paartherapeuten, der auf Untreue spezialisiert ist. Ein neutraler Dritter kann helfen, die Situation zu sortieren.

Kann man Untreue verzeihen?

Ja, aber es ist ein langer Prozess, der aktive Arbeit beider Partner erfordert. Die untreue Person muss volle Verantwortung übernehmen, Transparenz zeigen und geduldig sein. Die betrogene Person muss bereit sein, trotz des Schmerzes an der Beziehung zu arbeiten – ohne den Fehltritt als dauerhafte Waffe zu nutzen.

Vergebung bedeutet nicht, das Geschehene gutzuheißen. Es bedeutet, die Entscheidung zu treffen, nicht länger an der Vergangenheit festzuhalten und gemeinsam nach vorn zu blicken.

Prävention

Die beste Vorbeugung gegen Untreue ist eine Beziehung, in der beide Partner sich sicher, begehrt und gehört fühlen. Investiert regelmäßig in eure Partnerschaft. Redet über eure Bedürfnisse, pflegt eure Intimität und nehmt Warnsignale ernst. Wenn die Verbindung bröckelt, sucht frühzeitig Hilfe.

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Wenn das Bedürfnis unterschiedlich ist

Ungleiche sexuelle Bedürfnisse sind einer der häufigsten Konflikte bei untreue verstehen. Laut einer Studie des Kinsey-Instituts wünschen sich 40 Prozent der Paare unterschiedlich viel Sex.

Das ist kein Zeichen für Inkompatibilität, sondern für Normalität.

  • Offen ansprechen: Ohne Vorwürfe, ohne Schuldzuweisungen.
  • Kompromisse finden: Qualität statt Quantität kann ein Weg sein.
  • Professionelle Hilfe: Paartherapie ist kein Zeichen von Schwäche.

Gemeinsam an untreue verstehen arbeiten

  • [ ] Regelmäßige Gespräche über Bedürfnisse (mindestens 1x/Monat)
  • [ ] Date-Night fest im Kalender (ohne Handy)
  • [ ] Neue Ideen zusammen erkunden statt allein zu googeln
  • [ ] Kleine Gesten im Alltag (Berührungen, Komplimente)
  • [ ] Professionelle Hilfe in Betracht ziehen, wenn nichts funktioniert
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#Untreue#Fremdgehen#Beziehung#Vertrauen#Paartherapie
Über den Autor
Sophia Dorn

Lifestyle & Relationship-Bloggerin

32, aus München, schreibt seit 2022 über Sex und Beziehungen aus weiblicher Perspektive.